2 Spannung, Strom, Widerstand, Leistung

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2.1 Elektrische Spannung


Basis der Elektrotechnik ist folgende Eigenschaft der Elementarteilchen (Protonen, Elektron), die man gefunden hat: Nimmt man zwei Elementarteilchen (mit 

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 und

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 bezeichnet) in einem leeren Raum, dann stellt man fest, dass sich gleichartige Teilchen abstoßen, verschiedenartige jedoch anziehen. Mit der Vorstellung, dass jedem dieser Teilchen etwas anhaftet, was diese Kraft bewirkt und was offensichtlich bei beiden Teilchenarten unterschiedlich ist, kommt man zu einem plausiblen Modell. Dieses Anhaftende wird als elektrische Ladung

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 bezeichnet. Zur Unterscheidung der Ladungsarten der beiden Teilchenarten wird das Vorzeichen genutzt und man hat willkürlich definiert: 

Proton:     

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Elektron:  

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 : Elementarladung (

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)

Die Vorzeichen geben auch richtig wieder, dass sich nach Vereinigung unterschiedlicher Ladungen sich diese gegenseitig aufheben und keine Kräfte der beschriebenen Art mehr bewirken.

Für den allgemeinen Fall zweier unterschiedlicher Ladungen

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 und
 hat man gefunden:


wobei

 vorläufig als Konstante gesetzt ist. Eine positive Kraft bedeutet Abstoßung, eine negative Anziehung.

Es hat sich gezeigt, dass viele Effekte der Physik und Elektrotechnik anschaulicher dargestellt werden können, wenn man statt der direkten Kraftübertragung zwischen

 und
 annimmt, dass z. B.
 in ihrer Umgebung den Raum so verändert, dass auf
 in diesem Raum eine Kraft ausgeübt wird. Man bezeichnet diese Veränderung des Raumes als elektrisches Feld. Die Ladung
 erzeugt also ein elektrisches Feld
 im Abstand


und dieses wiederum bewirkt eine Kraft auf

:

Zusammen ergibt sich wieder Gleichung (2.1).

Mit Gleichung (2.2) kann im Prinzip die Feldstärke an einem bestimmten Punkt im Raum gemessen werden, wenn man über eine bekannte „Probeladung"

 und eine Kraftmesseinrichtung verfügt. Deshalb ist Gleichung (2.2) die Definition der elektrischen Feldstärke:

(Da die Kraft eine gerichtete Größe ist, wird sie hier als Vektor geschrieben. 

hat dann abhängig vom Vorzeichen von
 die gleiche oder die entgegengesetzte Richtung. In den meisten Gleichungen kommen nur die Beträge
 und
 vor.)

Analogie: Schwerefeld der Erde:

:   Erdbeschleunigung
: Erdmasse
:   Radius ab Erdmittelpunkt

Wird nun eine Ladung

 in einem elektrischen Feld bewegt, dann erfordert dieses mechanische Arbeit, wenn die Bewegung entgegen der Kraftwirkung des Feldes erfolgt. (Analogie: Eine Masse im Schwerefeld der Erde anheben.) Bei einer Bewegung in entgegen gesetzter Richtung wird mechanische Arbeit verfügbar.

Es sei zunächst angenommen, dass 

überall gleich ist (homogenes Feld). Für die Bewegung einer Ladung 
 von einem Ort 1 zu einem Ort 2 mit dem Abstand
 in Richtung des Feldes ist dann die Arbeit

verfügbar. Der Ausdruck

ist nur von der Ursache des Feldes und der räumlichen Lage der Punkte 1 und 2 abhängig.

 wird als die elektrische Spannung (oder Potenzialdifferenz) zwischen den Punkten 1 und 2 bezeichnet. Die Spannung gibt also an, welche Arbeit pro Ladung freigesetzt bzw. aufgewendet werden muss bei einer Bewegung von 1 nach 2. (Analogie im Schwerefeld der Erde:

 ist die potenzielle Energie einer Masse
, der Ausdruck
 ist also ein Maß für die verfügbare Energie pro Masse bei einem Höhenunterschied
 und entspricht so der elektrischen Spannung.) 

Bei einer Umkehrung des Weges ändern sich in den Gleichungen (2.3) und (2.4) die Vorzeichen, also ist:

Die Spannung ist wie die Arbeit eine skalare Größe. Eine Spannung

 ist positiv, wenn bei einer Bewegung einer positiven Ladung Energie verfügbar ist, die z. B. zur Beschleunigung der Ladung oder zur Überwindung von Reibung genutzt werden kann.

2.2 Elektrischer Strom, Stromstärke

Bewegliche elektrisch geladene Teilchen wie z. B. Elektronen im Vakuum und in Metallen oder Ionen in Gasen und Flüssigkeiten bewegen sich entsprechend der durch das Feld erzeugten Kraft. Neben dem Transport der (mechanischen) Masse der Teilchen findet auch ein Transport von Ladung statt. Bei der technischen Nutzung erfolgt der Ladungstransport auf vorgegebenen Bahnen, z. B. in den Kupferseelen eines Kabels. Deshalb ist die folgende Definition für die elektrische Stromstärke als Summe des Ladungstransportes pro Zeit durch einen gegebenen Querschnitt sinnvoll:

Daneben ist auch die Definition der Stromdichte oft nützlich:


was bei einer über

 gleichmäßigen Stromverteilung einfach als

zu berechnen ist.

 2.3 Elektrischer Widerstand und Ohm'sches Gesetz

Die Bewegung von Ladungsträgern in Materie (z. B. Elektronen in Metallen, Ionen in Flüssigkeiten) erfordert die Überwindung von „Reibungs"-Kraft. Bei den meisten Materialien ist die Reibungskraft etwa proportional zur Geschwindigkeit. Diese Kraft muss durch ein elektrisches Feld erzeugt werden und mit Gleichung (2.2)  folgt für die mittlere Geschwindigkeit

 die Gleichung: 

(

 soll vorläufig die Materialeigenschaft beschreiben.)

Aus Gleichung (2.5) ist ersichtlich, dass bei gegebener Ladung der elektrische Strom proportional zu der Geschwindigkeit ist:

 

 

 

 

 

 

 



Also folgt für den dargestellten geraden Leiter:

Mit der Spannung zwischen den beiden Enden des Leiters

und der aus

 und der „Menge Ladung pro Volumen" bestehenden spezifischen Leitfähigkeit 

erhält man

Dabei wird

Institut für Mechatronik im Maschinenbau (iMEK), Eißendorfer Straße 38, 21073 Hamburg