3 Elektrisches Feld

3 Elektrisches Feld

3.1 Elektrische Feldstärke, Spannung

Zwei elektrische Ladungen

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und

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ziehen sich an, wenn sie unterschiedliches Vorzeichen haben und stoßen sich ab, wenn sie gleiches Vorzeichen haben.
                                                         

                                                         Abbildung 3.1: Kräfte zwischen zwei Punkladungen


Die Kraft zwischen zwei punktförmigen Ladungen hängt von den Größen der Ladungen, deren Abstand voneinander und einer Konstanten in folgender Weise ab (Coulomb'sches Gesetz):

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Praktisch ist die Modellvorstellung, dass z. B. die Ladung

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die Eigenschaft des Raumes um sich herum verändert. Diese Eigenschaft des Raumes wird als elektrisches Feld 

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bezeichnet. Dieses Feld übt dann eine Kraft auf eine andere elektrische Ladung 

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im Raum aus. Diese Betrachtung hat den Vorteil, dass die Erzeugung des Feldes und die resultierende Kraftwirkung als getrennt Vorgänge betrachtet werden und somit auch getrennt berechnet werden können. Da die Kraft eine gerichtete Größe ist, wird sie zweckmäßig als Vektor geschrieben. Damit ist deutlich, dass dann auch die elektrische Feldstärke eine gerichtete Größe sein muss, also:

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Für den Fall, dass das Feld von einer punktförmigen Ladung

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verursacht ist, ist die Kraft auf 
immer in Richtung der Geraden 
  oder (je nach Vorzeichen) entgegengesetzt. Nimmt man
  als den Ursprung eines dreidimensionalen Koordinatensystems, beschreibt die Position von 
durch einen Vektor
(von 
nach
), so wird durch Erweiterung der Gleichung (3.1) auch die Richtung des Feldes beschrieben:



Abbildung 3.2: Von einer Punktladung Q erzeugtes Feld und resultierende Kraft

Experimentelle Untersuchungen haben ergeben, dass

abhängig vom Material ist, das den betrachteten Raum auffüllt. Es hat sich als praktisch erwiesen, 
in anderer Form darzustellen:

Man bezeichnet 

  als Dielektrizitätskonstante (auch Permittivität).
 ist die relative Dielektrizitätskonstante, die angibt, um welchen Faktor
größer ist als für das Vakuum.

ist die Dielektrizitätskonstante des Vakuums.  Man findet:

         Vakuum, Gase

  Isoliermaterialien

      Wasser

Die Abspaltung des Faktors

ist gemacht, weil damit im Nenner mit
die Oberfläche A der Kugel um 
mit Radius r steht. Ein Quotient
kommt auch für andere geometrische Anordnungen vor und man hat eine Vereinheitlichung erreicht. Für die Kugel gilt also:

Bewegt sich eine kleine punktförmige Probeladung

auf Grund der abstoßenden Kraft  
von dem Punkt
auf der Kugel mit dem Radius
  zu dem auf dem gleichen Radiusvektor gelegenen Punkt 
auf der Kugel mit dem Radius
, so wird an der Probeladung
eine Arbeit
geleistet:

Im Allgemeinen muss der Weg nicht in Richtung 

verlaufen. Es trägt dann nur der Anteil der Kraft in Richtung des Weges zur Arbeit bei. Der Anteil der Kraft senkrecht zum Weg trägt nicht zur Arbeit bei. (Analogie im Schwerfeld: Eine horizontale Verschiebung (ohne Reibung) einer Masse erfordert keine Arbeit, nur das Anheben erfordert Arbeit.)


 


Abbildung 3.3: Nur die Kraft in Richtung ds trägt zur Arbeit bei.

Es ist also allgemein:

: Skalarprodukt der beiden Vektoren 
und
.

Die elektrische Spannung

zwischen den Punkten 
und
ist:

und mit (3.2)

Die Spannung zwischen zwei Punkten im elektrostatischen Feld ist unabhängig von dem Weg, auf dem die Feldstärke integriert wird.

Abbildung 3.4: Die Spannung zwischen a und b ist unabhängig vom Integrationsweg

 

Allgemein wird dies wie folgt betrachtet: Es seien 

und 
zwei beliebige Wege zwischen den Punkten 
und
in einem elektrostatischen Feld. Die Spannung 
kann durch Integration über verschiedene Wege ermittelt werden:

                                                                    über

            über

Damit ist für einen geschlossenen Weg ( 

= Integral über geschlossenen Weg)

                                                          über

     über 
         über

weil:

           über 

       über  
         über

3.2 Potenzial, Potenzialflächen, Feldlinien

Die bisherige Betrachtung setzte das Feld 

  einer Punktladung
voraus. Die bisherigen Ergebnisse können auf das Feld einer beliebigen Ladungsverteilung verallgemeinert werden. Das gesamte Feld ist die Summe der Felder aller einzelnen Punktladungen:

Deshalb gilt auch allgemein, dass in einem elektrostatischen Feld durch die Bewegung einer Ladung längs eines geschlossenen Weges s keine Arbeit geleistet werden kann und dass die längs dieses Weges s summierte Spannung Null ist (Voraussetzung der Maschenregel von Kirch`hoff). Ein Feld mit dieser Eigenschaft heißt Potenzialfeld.

Wie aus der obigen Ableitung leicht ersichtlich ist, gibt es bei dem Feld einer Punktladung zwischen allen Punkten einer Kugelfläche keine Spannung, da für den Weg zwischen diesen Punkten die Vektoren 

und 
stets senkrecht zueinander stehen. Eine derartige Fläche, auf der es zwischen zwei beliebigen Punkten keine Spannung gibt, nennt man eine Äquipotenzialfläche oder Potenzialfläche. Das Potenzial 
ist die elektrische Spannung bezogen auf einen allgemeinen Bezug. Eine Spannung ist die Differenz zweier Potenziale.



Abbildung 3.5: Feldlinien und Potenzialflächen zwischen zwei geladenen elektrisch leitenden Körpern

Flächen aus elektrisch leitendem Material (oft Elektroden genannt) sind Potenzialflächen. Jede Spannungsdifferenz auf so einer Fläche würde (

) einen Strom (= Ladungsverschiebung) bewirken. Die Ladungsverteilung wäre nicht konstant und somit läge kein elektrostatisches Feld vor.

Eine anschauliche Darstellung erhält man, wenn man in dem betrachteten Raum Linien zeichnet, deren Richtung in jedem Punkt gleich der Richtung des Feldes ist. Aus den vorangegangenen Überlegungen folgt, dass diese Linien die Potenzialflächen stets senkrecht durchstoßen.

Hätte der Feldvektor 

  bezüglich einer Potenzialfläche eine tangentiale Komponente, dann wäre die Fläche ja keine Potenzialfläche. Die Linien werden als Feldlinien bezeichnet.

Feldlinien

  • beginnen und enden in Ladungen,

  • können sich nicht verzweigen oder kreuzen und

  • stehen senkrecht auf Potenzialflächen, also auch auf leitenden Flächen.

Mit diesen Regeln kann für viele geometrische Anordnungen das Feldbild anschaulich dargestellt werden.

Ein größerer Abstand der Potenzialflächen bedeutet gemäß Gleichung (3.8) eine geringe Feldstärke. Die Forderung, dass Feldlinien die Potenzialflächen senkrecht durchstoßen, führt dazu, dass in Bereichen geringer Feldstärke die Feldlinien einen großen Abstand haben. Die Dichte der Feldlinien ist also ein Maß für die Feldstärke.

3.3 Kapazität

In vielen technischen Anwendungen ist die Form des elektrostatischen Feldes nur von untergeordnetem Interesse. Wesentlich ist oft nur der Zusammenhang zwischen Spannung und Ladung.

Für eine beliebige Anordnung von zwei leitenden Körpern, die entgegengesetzt gleich große Ladungen

tragen (z. B. für die in Kapitel 3.2 dargestellte) ist nach Gleichung (3.8)

Die Feldform ist durch die Form der Körper sowie die Verteilung der Ladung auf den Körpern bestimmt. Beides ist unabhängig von der Größe von

. Wird die Ladung auf den Körpern um einen Faktor 
vergrößert, dann ist somit ebenfalls die Feldstärke in jedem Punkt um den Faktor 
vergrößert (z. B. gemäß Gleichung(3.4)) und damit auch die Spannung
. Es ist also
 

Der Proportionalitätsfaktor

wird als Kapazität der Anordnung bezeichnet.

Weiter unten wird gezeigt, dass im elektrischen Feld Energie gespeichert ist. Technische Anordnungen, die Energie in einem elektrostatischen Feld speichern können, werden als Kondensatoren bezeichnet. Die Grundform dabei besteht aus zwei Platten aus leitendem Material, die durch eine Isolierschicht getrennt sind (technisch aus Metallfolien, die getrennt auf Isolierfolien aufgewickelt sind). Für diesen Plattenkondensator kann die Kapazität einfach berechnet werden und die grundsätzlichen Zusammenhänge werden deutlich.



Abbildung 3.6: Zur Kapazität eine Anordnung aus zwei parallelen Platten(Effekte an den Rändern sind vernachlässigt.)

Die Feldverformung an den Rändern wird vernachlässigt. Das Feldbild könnte ein Ausschnitt aus zwei nahe gelegenen (kugelförmigen) Potenzialflächen einer punktförmigen Ladung sein. Somit können Gleichungen(3.4) und (3.5) zur Berechnung genutzt werden. Aus Gleichung (3.5) folgt für die Ladung.

Da 

zwischen den Platten an allen Stellen gleich ist (homogenes Feld) ist nach (3.8) :

Institut für Mechatronik im Maschinenbau (iMEK), Eißendorfer Straße 38, 21073 Hamburg